Bauen!? Partner sollte gut gewählt sein! Welche Möglichkeiten habe ich als Bauherr


Architekt


Mit wem soll man bauen! Welche Möglichkeiten bieten sich mir als angehender Bauherr.

 

Du hast den Entschluss gefasst zu bauen. Nur mit wem gehe ich diesen Weg. Ich möchte euch an dieser Stelle aufzeigen welche Möglichkeiten sich bieten und welche Vor und Nachteile ich damit verbinde.

 

Als klassische und daher auch als erste genannte Variante sehe ich den Architekten:

 

Der Architekt ist der klassische Weg ein Projekt anzugehen. Der Architekt wird bei einem Projekt immer gebraucht so bald es ein Neubau ist und das Gebäude genehmigungspflichtig ist. Die Frage ist nur wer ihn beauftragt. Ich gehe an dem Beispiel davon aus, dass der Bauherr den Architekten beauftragt. 

Der gemeinsame Weg eines Projektes ist ein langer, daher sollte man sich es gut überlegen mit wem man diesen Weg geht. Ich würde hier zu Beginn etwas mehr Zeit investieren und sich zwei bis drei Architekten anzuhören und kennen zu lernen. Das Erstgespräch ist in der Regel bei jedem Architekten kostenlos. Vertrauen gewinnen! Das ist wichtig, den der gemeinsame Weg ist ein langer.

Solltest du noch ein Gefühl dafür benötigen ob der Styl des Architekten zu dir passt, dann beauftrage Ihn erst einmal auf Stundenbasis. Ich denke die Architekten werden ein Stundensatz von 65 - 85€ / Stunde aufrufen. Es ist hier auch vorab zu empfehlen sich auf eine maximale Stundenanzahl mit dem Planer zu einigen. Wenn man sich dann für den Architekten entschieden hat, dann kann man dies ja mit seiner pauschalen Beauftragung wieder verrechnen (Muss vorher vereinbart worden sein). Der Architekt rechnet ansonsten seine Leistung nach der aktuell gültigen HOAI (2013) ab. Hier ist klar geregelt für welchen Schritt es welche Vergütung gibt. Im Internet gibt es einige HOAI - Rechner, da kann man sich das Honorar schon ausrechnen lassen.

 

Nachdem die erste Gespräche stattgefunden haben und der Bauherr all seine Ideen dem Architekten mitgeteilt hat so kann dieser mit der Entwurfsplanung beginnen. In diesem Arbeitsschritt werden auch alle baurechtlich relevanten vom Architekten geprüft und auf dieser Grundlage die ersten Skizzenplanung vorgelegt. Früher wurde dies oft als Handskizzen vorgelegt, heutzutage bekommt man oft schon bei der Entwurfsplanung eine einfach 2D Zeichnung. Viele Moderne Büros bieten dem Bauherren schon zu Beginn einfache 3D Visualisierungen. Nachdem der Bauherr dann sich für einen Entwurf entschieden hat, werden die Kosten ermittelt. Es bietet sich an dieser Stelle immer an sein tatsächliches Budget von Beginn an offen gegenüber dem Planer zu kommunizieren, das erspart böse Überraschungen. Sollte man sein eigenes Budget nicht kennen, hat man schon den wichtigsten Schritt vergessen. Man sollte über seine Hausbank sein Budget in Erfahrung bringen. Dies sollte man eigentlich so früh als möglich machen.

Auf Grundlage der Kostenberechnung/schätzung wird der Architekt auch sein Honorar fixieren. 

 

Sollte es nach der Entwurfsplanung für den Planer weitergehen wird die Genehmigungsplanung (Bauantrag) gestellt. Die Antragsphase dauert in der Regel 3-4 Monaten in denen einige Nachfrage von der Baurechtsbehörde gestellt werden können. Dies schließt nicht auf die Unfähigkeiten des Architekten, wie manch einer vermuten könnte, sondern ist dies ein ganz normales Verfahren. Den so eine Genehmigungsplanung ist nicht immer einfach.

Sollte die Genehmigung dann erteilt worden sein, wird mit der Werkplanung bzw. Ausführungsplanung begonnen. Hier werden alle Details zum Bau gezeichnet und festgelegt, dabei ist die Mitarbeit von vielen Fachplanern und des Bauherren notwendig. Als Fachplaner werden immer der Statiker benötigt, sowie von der Größe des Gebäudes abhängig auch die TGA Planer (Heizung,Sanitär, Lüftung und Elektro). Diese Planungsphase nimmt einige Zeit in Anspruch, daher sollte man als Bauherr überlegen ob man den Architekten schon umgehend nach der Einreichung des Bauantrag dafür beauftragt. Achtung dies ist nur zu empfehlen wenn man sicher weis, dass das Projekt auch Genehmigungsfähig ist. Ansonsten können hier zusätzliche Kosten anfallen. Mit der Werkplanung sollte man sich als Bauherr auch ein wenig befassen, denn nach diesen Plänen wird ja schließlich das Haus gebaut. Man muss nicht alle Details kennen und verstehen, aber ein kritischer Blick und die ein oder andere neugierige Frage beantwortet ihnen jeder gerne und kann auch dem Architekten alle Wünsche des Bauherren richtig zu deuten.

 

Der Bauleiter: Sollte der Planer und der Bauleiter nicht ein und dieselbe Person sein, so kommt bei der Werkplanung auch der Bauleiter ins Spiel, Dieser koordiniert und kontrolliert die gesamten Gewerke (Bsp. Rohbau, Zimmermann, Maler, etc.). Doch bevor er diese koordiniert muss erst einmal die Ausschreibung erstellt werden um die beste Firma mit hoffentlich dem günstigsten Preis zu finden. Leider ist es hier oft der Fall, das nicht automatisch die günstigste Firma die beste Firma ist. Als Bauherr wäre ich immer kritisch wenn der günstigste Bieter weit unter den nächsten Mitbietern liegt. 

Ich würde euch empfehlen, das ihr mit dem Architekten vereinbart dass die Hauptgewerke vor Baubeginn alles ausgeschrieben sind und die Angebote auf dem Tisch liegen. Denn das ist eine wichtige Standortbestimmung, wie gut die Kostenberechnung des Architekten wirklich ist. Es gibt an dieser Stelle immer kleine Unterschiede zwischen der Kostenberechnung und des tatsächlichen Ausschreibungsergebnis, aber es sollten keine zu großen sein und sie sollten sich zwischen den Gewerken wieder ausgleichen.

 

Hier ist schon ein ganz wichtiges Merkmal in der Zusammenarbeit mit einem Architekten. Das Risiko der Baukosten liegt hier eindeutig beim Bauherren. Verrechnet sich der Architekt oder sind Nachträge vor Ort unvermeidbar muss dies alles der Bauherr bezahlen. Um so mehr man vorab also eine Kostensicherheit hat, durch die Ausschreibungsergebnisse desto sicherer kann man sich sein, dass die Kosten auch in dem dafür vorgesehen Rahmen bleiben und das gemeinsame Projekt auch ein erfolgreiches wird in dem man doch (hoffentlich) eine lange Zeit wohnen kann.

 

So ich hoffe euch einen kurzen Einblick in eine eventuelle Zusammenarbeit mit einem Architekten bringen konnte. Sollte es Fragen geben was der Architekt noch alles zu tun hat, (den es ist wesentlich mehr wie ich oben geschrieben habe) Probiere ich die gerne zu beantworten. Schreibt einfach einen Kommentar. 

Als nächstes werde ich die Variante Bauträger und Generalübernehmer beleuchten. 

 

Viele Grüße und get smart euer Christian

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